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Gesundheit aus dem Genlabor?

Unter diesem Thema stand der Vortragsabend anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums der Einhorn Apotheke in Knesebeck.

Nach einer kurzen Einleitung zum Begriff Gentechnologie stellte der Inhaber der Apotheke Dr. Klaus Wallis den Referenten des Abends vor: Professor Dr. Theodor Dingermann war zur Freude der Gäste der Einladung nach Knesebeck gefolgt. Professor Dingermann (er ist selbst Apotheker) lehrt und forscht auf dem Gebiet der Gentechnologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt.

Zu Beginn seines Referates spannte er einen Bogen von der Entstehung des Lebens und der Erforschung des Lebens durch den Menschen bis zum im Human Genom Project, einem Meilenstein in der Wissenschaftsgeschichte. Im Human Genom Project ist es gelungen, die Buchstaben des Bauplanes, nach dem der Mensch entsteht, zu entziffern.

Welche Folgen hat der Fortschritt für den Apothekenkunden? Prof. Dingermann gab einige sehr konkrete Beispiele für den Nutzen, den der Kunde und Arzneimittelanwender von der Gentechnologie für seine Gesundheit haben wird.

Da ist die Aufklärung eines single nucleotide polymorphisms (SNP). SNP bezeichnet eine Besonderheit im Bauplan eines Menschen: Ein einziger Buchstabe in seinem Bauplan weicht ab vom Optimum ab. Die Folge kann eine entscheidende Verlangsamung im Abbau eines Arzneistoffes und damit ein großes Risko für Unverträglichkeiten sein.

Der Arzt wird zukünftig einen Labortest in Auftrag geben können, mit dem ein SNP nachgewiesen werden kann, bevor er ein Arzneimittel verordnet. Der Patient, der diese Abweichung im Bauplan trägt, wird dieses Arzneimittel zukünftig nicht mehr erhalten. Durch den Nachweis seiner genetischen Besonderheit wird vor möglichem Schaden bewahrt.

Ein anderes Forschungsgebiet ist die Arzneistoffentwicklung. Auch sie erhält Hilfen durch die Gentechnologie, die dem Anwender dirket nutzen.


Dr. Klaus Wallis begrüßt zum Jubiläum


Professor Dr. Theodor Dingermann bei seinem Referat


Fragen über Fragen auch nach dem Vortrag

Die meisten Arzneistoffe wirken auf molekularer Ebene an einem Eiweißmolekül. Die Bindung an dieses Zielmokül löst letztlich die Wirkung aus. Mit Hilfe der Gentechnologie sucht sich der Forscher sein Zielmolekül direkt im Bauplan des Zielorganismus und baut es im Labor nach. Anhand dieses Modells konstruiert er den Arzneistoff nach den Anforderungen der Therpie. Ein Antibiotikum soll beispielsweise das oder die Bakterien schädigen, nicht aber den Menschen. Das Zielmülekül muß folglich im Bakterium lebenswichtig sein, im Menschen aber möglichst überflüssig.

Mit seinem engagierten Vortragsstil, der perfekten Präsentation und seinem sympathischen Wesen begeisterte Professor Dingermann die Zuhörer. In der anschließenden regen Diskussion wurden auch Fragen zur Ethik und Bezahlbarkeit der neuen Erkenntnisse formuliert, und man hätte auch noch einen zweiten Abend füllen können. Dr. Wallis schloß die Diskussion im Plenum mit einem herzlichen Dank an den Referenten und alle Beteiligten, wie auch an seine Mitarbeiterinnen. Gleichzeitig lud er zur Forsetzung der Diskussion an den Tischen bei Sekt, Schnittchen und der traditionellen Isenhagener Hochzeitssuppe ein. Prof. Dingermann stand auch hier noch Rede und Antwort, um die Neugierde der Besuche zu stillen. Ein ergiebiger und harmonischer Abend klang langsam aus. Erst gegen Mitternacht gingen die letzten Gäste.

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