Wirkt das auch?



Wirkt das auch?

Diese Frage liegt nahe, aber die Antwort ist oft schwierig. Oder, stellen wir eine Gegenfrage: “Ja” sagen kann jeder, aber was erwarten Sie als Nachweis? Akzeptieren Sie Erfolgsmeldungen aus der Tagespresse oder Beiträge aus einer Talkshow? Verlassen Sie sich auf Berichte aus der Bekanntschaft oder probieren Sie es selber aus?

Wir alle müssen der Tatsache ins Auge sehen: Einzelfallberichte zeigen lediglich einen zeitlichen Zusammenhang zwischen Arzneimittelanwendung und Heilung. Vielleicht wäre der Patient aber ja auch ohne Therapie gesund geworden. Kennen Sie die Volksweisheit zur Erkältung? Ohne Therapie dauert die Erkältung eine ganze Woche, mit Therapie dauert sie nur sieben Tage.

Und wie macht es die Wissenschaft? Der “Goldstandard” ist die sogenannte randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie. Dazu brauchen Sie eine ausreichende Anzahl Patienten. Die teilen Sie in zwei Gruppen. Sie achten darauf, dass die Struktur der Gruppen gleich ist. Es dürfen beispielsweise nicht in der einen mehr Frauen oder mehr Raucher oder ältere Patienten sein als in der anderen. Dieser Vorgang heißt Randomisierung. Nun behandeln Sie eine Gruppe mit dem zu prüfenden Arzneimittel und die andere mit einer wirkstofffreien Arznei. Die zweite ist die Kontrollgruppe. Weder der Patient, noch das betreuende medizinische Personal weiß, welcher Patient in welche Gruppe gehört bzw. welches das echte und welches das Scheinmedikament ist, daher Doppelblindstudie. Alle Untersuchungen und Auswertungen, die Prüfkriterien und vor allem die Zielsetzung müssen vor Studienbeginn veröffentlicht werden und dürfen nicht geändert werden.

Zur Auswertung der Ergebnisse wird die Gruppenzuordnung entschlüsselt. Welche erwünschten und unerwünschten Wirkungen wurden in den Gruppen mit welcher Häufigkeit gefunden? Spannend ist dabei, dass auch das Scheinmedikament viele verschiedene Wirkungen hat. Von Kopfschmerz bis Blutdrucksenkung finden Sie fast alles, was Sie sich vorstellen können. Gerade deshalb ist die entscheidende Frage für den Wirknachweis: Hat das neue Arzneimittel mehr Patienten geholfen, bzw. besser geholfen als das Scheinmedikament?

Durch die Gleichheit in der Struktur der Gruppen (Randomisierung) und die Gleichheit in der Beobachtung (Verblindung) versuchen die Wissenschaftler Verfälschungen und Voreingenommenheit zu vermeiden. Trotzdem gibt es nie hundertprozentige Sicherheit. Deshalb wird für jedes Ergebnis, beispielsweise Blutdrucksenkung, errechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Unterschied zwischen neuem Arzneimittel und Scheinmedikament nicht auf der Wirksamkeit des Arzneimittels beruht, sondern rein zufällig entstanden ist.

Liegt die Zufallswahrscheinlichkeit unter 5%, wird das Ergebnis akzeptiert, es gilt als signifikant. Die Schlussfolgerung lautet dann: Zu 95 Prozent ist der Wirkstoff des Arzneimittels Ursache für den Effekt. Auch wenn der Effekt nur klein ist, dies ist der Wirksamkeitsnachweis.

Übrigens wird ein Wirknachweis per Gesetz bisher nur von Arzneimitteln gefordert, nicht aber von Nahrungsergänzungsmitteln. Fragen Sie also, ob der neue “Fettblocker” oder das Aloe Vera Produkt, dass angeblich gegen Krebs hilft, eine Zulassung nach dem Arzneimittelgesetz hat. Ihr Apotheker gibt Ihnen Auskunft.

Naturwissenschaftlich und ehrlich ist es allerdings auch zuzugeben, dass eine Wirksamkeit vorliegen kann z. B. bei Hausmitteln, die bisher nicht untersucht und folglich auch nicht nachgewiesen wurde. Deshalb gibt es eine Weisheit, die sagt: Wer heilt, hat Recht.

Schauen sie wieder `mal rein, “virtuell” oder “physikalisch”!
Ihre Einhorn Apotheke in Knesebeck
Dr. Klaus Wallis

News

Wie gut helfen Laktase-Tabletten?
Wie gut helfen Laktase-Tabletten?

Unterstützung bei Laktose-Intoleranz

Der vollständige Verzicht auf Milchprodukte ist für Laktose-Intolerante oft gar nicht so einfach. Gerade bei Einladungen oder im Restaurant ist die milchfreie Diät schwer durchzuhalten. Laktase-Tabletten versprechen, dass Symptome wie Bauchschmerzen und Durchfall trotz kleiner Fehltritte ausbleiben.   mehr

Grippeimpfung schützt doppelt
Grippeimpfung schützt doppelt

In Pandemiezeiten noch wichtiger

Jedes Jahr im Herbst geht es mit den Grippeimpfungen los. Doch momentan sind viele Menschen unsicher, ob sie sich in Pandemiezeiten überhaupt gegen die Grippe impfen lassen sollen. Manche befürchten, dass die Grippeimpfung das Risiko für eine schwer verlaufende Corona-Infektion erhöht. Diese Sorge ist unbegründet – offenbar ist sogar das Gegenteil der Fall.   mehr

Vitamin B12-Mangel im Alter
Vitamin B12-Mangel im Alter

Schlapp, vergesslich, wacklig

Gangunsicherheit, Verwirrtheit oder Gedächtnisstörungen sind im Alter häufig. Doch statt sie einfach hinzunehmen oder einer anderen, bekannten Erkrankung zuzuschreiben lohnt immer auch ein Blick ins Blut. Denn womöglich steckt ein Vitamin B12-Mangel dahinter – und der lässt sich behandeln.   mehr

Wie riskant ist die „Pille“?
Wie riskant ist die „Pille“?

Thrombose und Krebs

Seit 60 Jahren wird mit der Anti-Baby-Pille verhütet. Ihre Vorteile sind bekannt. Doch wie sieht es mit Krebsgefahr und Thrombosen aus? Zwei Mainzer Wissenschaftlerinnen haben die aktuelle Studienlage zu den Risiken der Pille ausgewertet.   mehr

Unfreiwillig durchwachte Nächte
Unfreiwillig durchwachte Nächte

Schlafstörungen auf den Grund gehen

Wer nachts nicht richtig in den Schlaf findet, fühlt sich morgens erschöpfter als vor dem Zubettgehen. Kommt dies immer wieder vor, ist der Griff zur Schlaftablette verlockend. Doch Vorsicht: Schlafmittel wirken mit der Zeit immer schlechter und können abhängig machen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im September

Kampf der Gürtelrose!

Kampf der Gürtelrose!

Gegen Schmerzen, Juckreiz, Krusten

Mit Ausschlag, Kribbeln, Jucken und Schmerzen kann eine Gürtelrose ganz schön unangenehm werden. In ... Zum Ratgeber

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Einhorn-Apotheke
Inhaber Dr. Klaus Wallis
Telefon 05834/52 25
Fax 05834/52 26
E-Mail info@apotheke-knesebeck.de